Publio Cornelio Scipione
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Publio Cornelio Scipione

G. F. Händel

Von den zahlreichen römischen Persönlichkeiten mit dem Namen Scipio ist hier Publius Cornelius Scipio Africanus Major gemeint, der während des Zweiten Punischen Krieges 218–204 v. Chr. Carthago Nova (das heutige Cartagena) eroberte, die wichtigste Handelsniederlassung der Karthager auf europäischem Boden. Der historische Hintergrund wird berichtet in den Historiae (10. Buch) des griechischen Geschichtsschreibers Polybios und in „Ab Urbe Condita“ (26. Buch) von Titus Livius.

Im 50. Kapitel des 26. Buches seiner römischen Geschichte „Ab Urbe Condita“ berichtet Titus Livius von einer schönen Gefangenen, die Scipio nach der Eroberung Neu-Karthagos an der spanischen Südküste zugeführt wird. Scipio verzichtet jedoch auf das Recht des Eroberers und gibt sie ihrem Verlobten, dem keltiberischen Prinzen Allucius, unversehrt zurück. Ihren Eltern erlässt er das herbeigeschaffte Lösegeld und gibt es, als diese es ihm geradezu aufdrängen, der Jungfrau als Brautgeld mit. Allucius schwört daraufhin Scipio Treue, unterstützt ihn mit einem eigenen Heer und wirbt unter seinen Landsleuten für die Sache Roms.

„[…] wenn auch der erste Akt dieser Oper ein bisschen dürftig ist, und der letzte nicht so hervorragend, wie die einiger seiner sonstigen Dramen, enthält der zweite Akt doch Schönheiten verschiedenster Art, um würdig in der Reihe der Werke eines großen Autors auf dem Zenit seines Ruhmes zu stehen.“ (Charles Burney: A General History of Music, London 1789)
… In der weit entfernten Zukunft kolonisierten die Erdenbewohner mehrere Planeten. Einer von diesen, Carthago Nova, ein kleines Agrargestirn samt seinen Monden, den Balearen, das an die auch extraterrestrisch permanent wachsende Römische Galaktische Republik grenzte, wurde vom römischen General Scipio unter dem Vorwand erobert, den kleinen Nachbar gegen auswärtige Invasoren zu schützen. Der irdische Abgeordnete Lucejo kommt nach Carthago mit der Absicht, seine geliebte Berenice zu heiraten, die Tochter des Gouverneurs des Balearenmondes, erfährt jedoch, dass sie dem außerirdischen General als Trophäe überreicht wurde. Als republikanischer Soldat verkleidet, schleicht sich unser Held ins feindliche Feldlager. Kann er die Prinzessin befreien? Kann denn die Liebe in der Kriegszeit gedeihen? Ist der außerirdische General ein übler Angreifer oder lediglich ein Liebhaber vom anderen Stern?
Zurück zum Anfang des 20. Jahrhunderts: unser Planet. Der Wilde Westen wurde urbar gemacht, die uneroberten Meere kartographiert, die wilden Dschungel erforscht, der geheimnisvolle Orient – nur um das Anklicken eines Rundfunk- oder Fernsehprogramms entfernt. Die eskapistischen Schwärmer standen einer zunehmend banalen, profanen Welt gegenüber. Sie mussten neue Grenzen erfinden. So entstand ein neues Genre der Science-Fiction, genannt Space Opera (auch Weltraumoper). Dieser neue Rahmen bot ein neues Leben inmitten des Kosmos all diesen alten Geschichten von Prinzen und Prinzessinen, Helden und Schurken, von gefundener und verlorener Liebe, Geschichten, die wir uns schon immer gegenseitig erzählten seit wir sprechen, singen oder zeichnen gelrnt hatten. Die unermessliche Weite unseres Universums erzeugte - von „Flash Gordon“ zu „Star Wars“ - einen geheimnisvollen Nimbus, sodass unsere Welt gar nicht zu existieren schien. Dieses neue Genre ging von billigen Schundblättern aus, verbreitete sich aber bald in allen anderen Medien, am bedeutendsten im Kino, brachte Milliardenbeträge an Konzessionen hervor und eroberte die Fantasie (Imagination).
Am Ende ist es jedoch nichts weiter, als eine andere dramatische Konvention. Und dort beginnt unsere Geschichte. Jede Form des Erzählens ist zwangsläufig eine Darstellung, lediglich ein Schatten der Wirklichkeit, die dahinter steckt. Wie man auch immmer eine Handlung realistisch  veranschaulicht, wie es die Menschen zu Händels Zeit wahrscheinlich versuchten, wird das Ergebnis immer mit falschen Auffassungen, historischen Details, Verzerrungen und Halbwahrheiten behaftet sein. Aber die Geschichte... Die Geschichte selbst ist ewig. Das ist der Grund, weshalb wir entschieden haben, das andere Ende der Skala aufzugreifen und und den Weg in den Fantasiebereich zu beschreiten. Mittels der Vermischung der alten Barock-Perspektive mit futuristischen Themen, der Moderne, Filmgeschwindigkeit und Händels zeitloser Musik, hoffen wir, einen neuen Zugang zu unserer über 2000 Jahre alten Geschichte zu verschaffen. „Sic itur ad astra“.
Angela Saroglou 

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Besetzung

Lucejo: Xavier Sabata
Scipione:
Yuriy Mynenko
Lelio:
Juan Sancho | György Hanczar
Armira: Dilyara Idrisova
Berenice: Hasnaa Bennani | Myrto Papatanasiu
Ernando: Petros Magoulas | Pavel Kudinov

Dirigent: George Petrou | Markellos Chryssicos
Orchester: Armonia Atenea
Regie:
Angela Kleopatra Saroglou
Licht: Styliana Kaltsou
Kostüme: Giannis Katranitsas
Bühnendesign: Giorgos Kolios